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Samstag, 7. November 2009

BackTalk

backtalk_Charim

Das Bündnis bittet kluge Frauen & Männer zum Gespräch, um mit ihnen über Strategien gegen Rechts zu plaudern.

BackTalk # 6
Mittwoch, 2. Dezember 2009, 19 Uhr
Depot, Breiteg. 3, 1070 Wien, Eintritt frei.

Hikmet Kayahan im Gespräch mit
Isolde Charim

über die Ursachen des "Rechtsrucks" und Möglichkeiten dagegen zu steuern.

Isolde Charim lehrt an der philosophischen Fakultät der Universität Wien und arbeitet als freie Publizistin. Ihr Schwerpunkt ist politische Philosophie. Sie arbeitet als freie Publizistin und ist Publizistikpreisträgerin der Stadt Wien (2006). Sie hat zahlreiche Aufsätze verfasst, jüngst erschienen: „Der demokratische Glauben“, in: Franz Vranitzky (Hg.), Zeichen der Zeit II, Wien 2008.

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Dienstag, 6. Oktober 2009

Uni brennt :: Und DAS BÜNDNIS brennt mit!

unibrennt-neu

Das Bündnis gegen den Rechtsruck solidarisiert sich mit den kämpfenden StudentInnen und wird alles in seiner Macht stehende tun, um diese Kämpfe zu unterstützen.


Die Proteste und Kampfmaßnahmen der Studierenden sind ermutigend. Sie zeigen, dass die Versuche der Mächtigen, die Krise für das Schüren von Angst und Anpassung zu instrumentalisieren, nicht aufgehen müssen. Wir können auch mit Solidarität und Widerstand reagieren, wir können damit die Grundlagen für eine demokratische Wende legen, die aus der neoliberalen Sackgasse herausführt.

Die Forderungen der StudentInnen nach einer besseren materiellen Ausstattung der Universitäten und nach Aufhebung der zunehmenden Selektion im Bildungsbereich, sind sowohl in ihrem eigenen Interesse als auch im Interesse der großen Mehrheit der Bevölkerung sinnvoll und vernünftig. Und sie treffen den Kern herrschender Hochschulpolitik.

Diese bewegt sich in einem wiederkehrenden Widerspruch: Auf der einen Seite brauchen die Kapitaleliten im globalen Konkurrenzkampf zunehmend mehr wissenschaftliches Know-how. Auf der anderen Seite kostet das Geld und erzeugt, je mehr der Zugang zu Wissen und Bildung verallgemeinert wird, einen – aus ihrer Sicht unerwünschten - emanzipatorischen Überschuss. Denn bekanntlich ist Wissen auch Macht, und je breiter der Zugang zu höherem Wissen, desto höher auch die Möglichkeit zur Demokratisierung von Macht. Im sog. Bologna-Prozess haben sich die EU-Machteliten auf ein System zur Vereinheitlichung der EU-Hochschullandschaft geeinigt, um diesen Widerspruch kapital- und herrschaftskonform zu kanalisieren – durch Schaffung einer steilen Bildungshierarchie: Rasch verwertbare Schmalspurausbildung für die Masse in Form eines kurzen Bachelor-Studiums, nur mehr ein kleiner Teil dieser StudentInnen soll anschließend zum Masterstudium weitergelangen, von denen wiederum nur mehr ein Bruchteil zum Doktorat. Die Länge und die Kosten der weiterführenden wissenschaftlichen Qualifikation sorgen dafür, dass sich sozialen Eliten „weitervererben“. Es ist kein Zufall, dass sich mit dem EU-Beitritt der gesellschaftliche Rückwärtsgang an den österreichischen Unis beschleunigt hat:

- Die studentische und demokratische Mitbestimmung wurde über weite Strecken abgeschafft bzw. zurückgedrängt, während Ministerium auf der einen Seite und Industrie- und Bankmagnaten auf der anderen immer direkter ihre Interessen an den Unis durchsetzen können.

- Die Studienpläne der meisten Studien wurden bereits auf die Bologna-Hierarchie umgestellt (Bachelor, Master, Doktor)

- Einschränkung von Familienbeihilfe und Freifahrt, sowie die Einführung von Studiengebühren verschärfen die soziale Selektion (Die teilweise Abschaffung der Studiengebühren zeigt freilich auch, dass hartnäckiger Widerstand auch am Establishment nicht spurlos vorbeigeht).

- Durch das EUGH-Urteil betreffend die Zulassung von deutschen Studierenden an den österreichischen Unis wurde der Vorwand geschaffen, Zugangsbeschränkungen für alle einzuführen. Mit dem neuen Universitätsgesetz wird es ermöglicht, solche Selektionshürden sowohl am Beginn des Studiums als auch zwischen Bachelor und Master flächendeckend zu installieren.

Zugleich kamen und kommen auch die Hochschulen verstärkt unter die Maastricht-verordnete Sparpolitik. Seit Mitte der 90er Jahren stagniert die Zahl der ProfessorInnen und sinkt die Zahl des gesamten universitären Lehrpersonals. Die ständige Verschlechterung der personellen und materiellen Ausstattung schlägt sich auch in den Studierendenzahlen nieder. Vergleicht man die 14 Jahre vor dem EU-Beitritt mit den 14 Jahren seither, so ist die Bilanz eindeutig: Von 1980 bis 1994 stieg die Zahl der Studierenden um 87%; von 1994 bis 2008 nur mehr um mickrige 3,4% (nachdem sie zwischenzeitlich nach Einführung der Studiengebühren sogar dramatischen gesunken war).

EU-Kommission und Regierungsvertreter haben bereits unmissverständlich angekündigt, dass so bald wie möglich neue Sparpakete geschnürt werden sollen. Damit sollen die Krisenlasten vorwiegend von jenen getragen werden, die in hohem Maß von öffentlichen Ausgaben abhängig sind: zukünftige Generationen, sozial Schwache, PensionistInnen, Kranke und – last but not least – StudentInnen und SchülerInnen.

Sparen bei der Bildung ist extrem kurzsichtig. Wir brauchen viel mehr Bildung für viel mehr Menschen, um einen demokratischen Ausweg aus den tiefen wirtschaftlichen, soziale und ökologische Krisen durchsetzen zu können. Es ist absurd zu behaupten, dass das Geld dafür nicht vorhanden wäre. Selbst im Krisenjahr 2008 haben die 40 börsenotierten ATX-Unternehmen mehr Dividende an ihre Aktionäre ausgeschüttet als das gesamte Hochschulbudget ausmacht. Von 2006 bis 2008 wurde das Militärbudget um 740 Millionen erhöht – alleine dieser Zuwachs für Rüstung entspricht einem Drittel des gesamten Budgets für den tertiären Bildungssektor im vergangenen Jahr.

Staatliche Sparpakete, Sozial- und Bildungsabbau stellen keinen Ausweg aus der Krise dar, im Gegenteil: Diese Politik hat maßgeblich die derzeitigen wirtschaftlichen Verwerfungen verursacht. Wir brauchen einen Weg raus aus der Sackgasse statt noch weiter in sie hinein. Die Bewegung der StudentInnen gegen den herrschenden Bildungsnotstand kann auch anderen Bevölkerungsgruppen Mut machen, aktiv für ihre Interessen und gemeinsam für eine solidarische, ökologische und demokratische Wende einzutreten: Umverteilung von oben nach unten, Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze durch massive Steigerung der öffentlichen Ausgaben für Bildung, Gesundheit, soziale Sicherheit, eine rassismus- und diskriminierungsfrei Gesellschaft für alle, umweltfreundlichen Verkehr und erneuerbare Energien!

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Am Mittwoch, 28. Oktober 2009 finden in vielen Hochschulstädten Demonstrationen gegen den Bildungsnotstand statt. Aktuelle Termine auch unter http://www.unibrennt.at/

Livestream aus dem besetzten Audi-Max:
http://www.ustream.tv/channel/unsereuni#unsereuni


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Das Bündnis dankt der Werkstatt Frieden & Solidarität, deren Basistext wir uns anschlossen.

Freitag, 17. Juli 2009

BackTalk - Das Magazin

09.08.2009 :: Georg Schober
Wird der Mohr im Hemd zum Gurkerl im Knie?
Einige Gedanken zum Umgang mit sprachlichen Rassismen.

07.08.2009 :: Verena Krausneker
Mach dir nicht ins Hemd
Vielfältig sind die zum Besten gegebenen Rezepte in der Diskussion um die Bezeichnung einer österreichischen Mehlspeise. Aus soziolinguistischer Sicht ist verblüffend, wie kurz die meisten dieser Argumentationsversuche greifen.

17.07.2009 :: Heribert Schiedel
(Außer-)Parlamentarische Rechte:
Wie aus einem Neonazi-Skandal ein „Spitzelskandal“ wird…

Samstag, 4. April 2009

Keine Steuergelder für rassistische Hetze!

1237286750834Der Chefdirigent des Linzer Bruckner Orchesters, Dennis Russell Davies, hat eine Anzeige gegen den Ring freiheitlicher Jugend (RFJ) erstattet. Ein Aufkleber, der eine Zigarettenschachtel und die Aufschrift "Gemischte Sorte - Zuwanderung kann tödlich sein" zeigt, hat den Künstler dazu veranlasst, berichteten Medien am Freitag den 3. April 2009 (Der Standard, Die Presse, Salzburger Nachrichten). Er fühlt sich "zutiefst diskriminiert".

Wir fühlen uns aber nicht nur diskriminiert, sondern sind auch empört, dass solche Hetze auch noch von unserem Steuergeld finanziert wird!

Deshalb startet Das Bündnis mit Samstag, 4. April 2009, 18 Uhr, eine Mail-Protestkampagne, gerichtet an den oberösterreichischen Landeshauptmann Pühringer, mit der Forderung die Förderung des RFJ umgehend einzustellen und auch die bereits gewährten 20.000 Euro zurück zu fordern. Die Aktivitäten des RFJ Oberösterreich sind eindeutig rassistisch hetzerisch, menschverachtend und demokratiefeindlich!

Die Zivilgesellschaft darf nicht wegsehen! Mit Deinem Protestmail zeigst Du, dass zivilgesellschaftliches Engagement etwas bewirken kann! Es ist Zeit zu handeln! - Jetz!

protest-banner

:: Sollte sich der Maillink nicht automatisch öffnen, dann klicken Sie bitte hier, um das Protestmail manuell zu verschicken. ::

>> Hintergrundinfos zum RFJ gibt es hier!

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Protestmails an LH Pühringer seit Beginn der Kampagne
am Samstag, 4. April 2009, 18 Uhr!

Seit Montag, 20. April, gibt es nun auch die erste offizielle Reaktion aus OÖ. Hier finden Sie die Antwort aus OÖ.


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Dienstag, 24. Februar 2009

Abschluss der Protestkampagne „Keine Einsparungen bei Heimat, Fremde Heimat“

hfh

Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Freundinnen & Freunde!


Am Donnerstag, 27.11.2008, 12 Uhr, starteten wir die Protest-Mail-Kampagne „Keine Einsparungen bei Heimat, Fremde Heimat“! Damit reagierten wir auf Pläne der ORF-Führung, im Zuge geplanter Einsparungen die Sendung „Heimat, Fremde Heimat“ auf ein Monatsmagazin zu reduzieren. Wir waren und sind der Meinung, dass „Heimat, Fremde Heimat“ ein wichtiger und wertvoller Beitrag in der heimischen Medienlandschaft war und ist. Bei allem Verständnis für die Sparmassnahmen des ORF, waren wir doch sehr empört darüber, dass gerade „Heimat, Fremde Heimat“ mit einem Jahresbudget von 360.000 Euro weggekürzt werden sollte, während der ORF z.B. mit "Mitten im 8ten", dass nach 3 Monaten wieder abgesetzt werden musste, stolze 6.000.000 Euro in den Sand setzte, oder „Promis“ bei "Dancing Star“ 5000 Euro Wochengagen erhalten.

Wir waren nicht die Einzigen, die besorgt und empört waren: innerhalb kürzester Zeit landeten hunderte von Protestmails in der Mailbox von ORF-Generaldirektor Wrabetz und legten zeitweise seine Verbindung lahm, wie er selber vor laufenden Kameras berichtete.

Insgesamt erhielt GD Wrabetz seit Beginn der Kampagne 2455 Protestmails!

Heute wollen wir – die Initiatoren der Kampagne, Simon Inou, Hikmet Kayahan, Philipp Sonderegger und Klaus Werner – Ihnen herzlich danken für die Unterstützung. Diese Kampagne ist ein deutliches Zeichen dafür, dass zivilgesellschaftliches Engagement sehr wohl etwas bewirken kann!

Die ORF-Führung ist von ihren Plänen, „Heimat, Fremde Heimat“ auf ein Monatsmagazin zu reduzieren, abgerückt! Wie wir aus dem ORF erfahren konnten, hatten die Protestmails einen wesentlichen Anteil an dieser Entscheidung.

Nun ist es an der Zeit die Kampagne auch offiziell zu beenden. Dies tun wir mit dieser Benachrichtigung, versprechen aber, dass wir weiterhin sehr wachsam sein werden, denn man/frau kann nie wissen, was der ORF-Führung noch alles einfallen kann. Mit einer so engagierten Zivilgesellschaft sind wir zuversichtlich, dass wir auch zukünftig starke Signale setzen können!

Nochmals ein herzliches DANKE! für Ihr Engagement. – Es gibt noch viel zu tun, wir hoffen auch in Zukunft auf Sie!

Mit freundlichen Grüssen –
Die Initiatoren

PS: Diese Kampagne hat uns und Sie, den/die SteuerzahlerIn, genau 0,- Euro gekostet.

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Montag, 23. Februar 2009

"Wenn sich jemand von einem Asylwerber bedroht fühlt, dann habe ich dafür Sorge zu tragen, dass er auf die Saualm kommt."

saualm_sonderanstalt_153x114_small Der Kärntner-Saualm-Skandal nimmt immer bedenklichere Formen an. Landeshauptmann Dörfler ignoriert weiterhin alle Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit und zimmert sich eine gefährliche Argumentation zusammen:


"Wenn sich jemand von einem Asylwerber bedroht fühlt, dann habe ich dafür Sorge zu tragen, dass er auf die Saualm kommt."

In weiterer Folge bedeutet das nichts anders als Willkür. Jeder der sich "bedroht" fühlt, ruft kurz bei Dörfler an, und die enstprechende Person landet auf der Saualm. "Bedroht" könnte sich einE xenophobeR BürgerIn leicht mal durch eine falsche Hautfarbe, zu große Nase, falsche Religionszugehörigkeit oder aber man/frau behauptet einfach, dass man/frau sich bedroht fühlt; nur so halt.

Der Kärntner-Saualm-Skandal ist eine Schande für den Rechtsstaat Österreich! Dörfler & Co müssen die österreichischen Gesetze respektieren, aufhören die Verfassung mit Füßen zu treten. Wer sich nicht an die österreichischen Gesetze hält - wie Dörfler & Co - muss zur Rechenschaft gezogen werden!

:: Hier geht es zu einem ausführlichen Artikel auf orf.at.
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